Dach undicht – was tun? Soforthilfe, Ursachen und Kosten
Wenn es durch die Decke tropft, zählt jede Minute – aber die falsche Reaktion macht den Schaden oft größer. Hier steht, was Sie in den ersten Minuten selbst tun sollten, was Sie besser lassen, woher das Wasser wirklich kommt und mit welchen Kosten Sie bei Ortung und Reparatur rechnen müssen.

Der Anruf kommt fast immer zur gleichen Uhrzeit: abends, kurz nach dem ersten kräftigen Herbstregen. „Bei uns tropft es aus der Deckenlampe im Schlafzimmer, was sollen wir machen?" Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen ist das kein Grund zur Panik. Die schlechte: Wer in diesem Moment die falschen Dinge tut – etwa selbst auf das nasse Dach steigt oder das Wasser einfach laufen lässt – vergrößert den Schaden oft in wenigen Stunden.
Als Dachdeckermeisterbetrieb aus Berlin-Charlottenburg rücken wir mehrmals im Monat zu genau solchen Situationen aus, besonders in den Wochen mit Starkregen oder nach einem Sturm über der Stadt. Dieser Ratgeber ist die Zusammenfassung dessen, was wir Anrufern am Telefon raten, bevor wir da sind – und was danach passiert: Ursachensuche, Leckortung, kurzfristige Abdichtung und die Frage, ob eine Reparatur reicht oder das Dach grundsätzlich an sein Ende gekommen ist.
Eine Sache noch vorweg, weil sie über allem steht: Bei aktivem Wassereintritt geht es zuerst um die schnelle Notabdichtung und den Schutz der Bausubstanz, nicht sofort um die perfekte Diagnose. Erst wird es dicht, dann suchen wir in Ruhe die Ursache. Diese Reihenfolge zieht sich durch den ganzen Beitrag.
Sofortmaßnahmen bei Wassereintritt
Wenn Wasser sichtbar ins Haus läuft, sind die ersten zehn Minuten entscheidend. Nicht, um das Leck zu finden – das gelingt in der Situation ohnehin selten –, sondern um Folgeschäden an Möbeln, Elektrik und Bausubstanz zu begrenzen. Vier Handgriffe helfen fast immer, und keiner davon führt aufs Dach.
Strom im betroffenen Bereich abschalten. Läuft Wasser in die Nähe einer Deckenlampe, einer Steckdose oder eines Sicherungskastens, schalten Sie die betroffene Sicherung ab, bevor Sie irgendetwas anderes tun. Wasser und Strom in der Decke sind die gefährlichste Kombination bei einem undichten Dach. Im Zweifel lieber eine Sicherung zu viel deaktivieren als eine zu wenig.
Wasser auffangen und ableiten. Stellen Sie Eimer, Wannen oder einen großen Topf unter die Tropfstelle und legen Sie alte Handtücher darum, damit nichts spritzt. Sammelt sich Wasser sichtbar in einer Zimmerdecke – erkennbar an einer sich wölbenden, dunklen Beule im Putz –, kann es sinnvoll sein, diese Stelle mit einem Schraubendreher gezielt anzustechen, damit das Wasser kontrolliert in einen Eimer abläuft, statt die ganze Decke einstürzen zu lassen. Das klingt drastisch, verhindert aber oft den größeren Schaden.
Den Bereich unter der undichten Stelle räumen. Bringen Sie Möbel, Teppiche, Elektrogeräte und alles Wertvolle aus der Gefahrenzone. Auf dem Dachboden gilt das genauso: Wer dort Kartons, Akten oder Kleidung lagert, sollte sie zügig zur Seite räumen und den Boden unter der Eintrittsstelle freiziehen. Feuchtigkeit zieht in Dämmung und Gebälk, je länger sie einwirkt.
Fotos für die Versicherung machen. Bevor Sie aufwischen und aufräumen, dokumentieren Sie den Schaden mit dem Handy – die Tropfstelle, den Wasserstand im Eimer, nasse Wände, betroffene Gegenstände. Diese Bilder sind später Gold wert, wenn Wohngebäude- oder Hausratversicherung im Spiel sind. Notieren Sie auch Datum und Uhrzeit sowie das Wetter, gerade nach einem Sturm.
⚠️Bitte nicht selbst aufs Dach
Der verständlichste, aber gefährlichste Reflex ist, sofort selbst nach oben zu klettern und nachzusehen. Ein nasses Dach ist rutschig, bei Sturm kommt Wind dazu, und die undichte Stelle liegt fast nie dort, wo man sie vermutet. Jedes Jahr passieren bei genau solchen Alleingängen schwere Stürze. Das Orten und Abdichten übernimmt der Fachbetrieb mit Sicherung und Erfahrung. Ihre Aufgabe endet an der Zimmerdecke.
Reicht das Wasser bereits durch mehrere Räume, kommt es großflächig oder tobt draußen noch der Sturm, ist der nächste Schritt der Anruf beim Dachdecker-Notdienst. Wann das wirklich nötig ist und was ein solcher Einsatz kostet, klären wir weiter unten. Zuerst lohnt sich der Blick auf die Ursachen – denn wer versteht, warum ein Dach undicht wird, kann bei der Reparatur und Vorbeugung besser mitreden.
Häufige Ursachen für ein undichtes Dach
Ein Dach ist kein einzelnes Bauteil, sondern ein Zusammenspiel aus Eindeckung, Anschlüssen, Unterspannbahn und Entwässerung. Undicht wird es an der Stelle, an der die schwächste dieser Schichten nachgibt. Über die Jahre begegnen uns immer wieder dieselben Verdächtigen – hier die häufigsten, grob nach Häufigkeit sortiert.
Verrutschte oder gebrochene Ziegel
Der Klassiker, besonders nach Wind und Sturm. Ein einzelner verschobener Ziegel gibt eine schmale Lücke frei, durch die bei Schlagregen genug Wasser läuft, um im Dachboden eine Pfütze zu bilden. Gebrochene oder durch Frost abgeplatzte Ziegel wirken ähnlich. Auf älteren Berliner Dächern lockern sich die Ziegel mit den Jahren auch dort, wo Vögel oder Marder unterwegs waren.
Undichte Anschlüsse an Schornstein, Gaube und Dachfenster
Die Fläche selbst hält oft länger als die Übergänge. Überall, wo die Dachfläche unterbrochen wird – am Schornstein, an einer Gaube, rund um ein Dachfenster oder am Wandanschluss –, sitzt eine Verblechung oder eine Dichtung, die das Wasser ableiten muss. Genau diese Anschlüsse sind der mit Abstand häufigste Schwachpunkt. Reißt die Kittfuge am Kaminkopf oder korrodiert die alte Bleikehle, tropft es, obwohl kein einziger Ziegel fehlt.
Poröse Dichtungen und gealterte Materialien
Gummidichtungen an Dachfenstern, Silikonfugen und die Manschetten an Dunstrohren werden mit den Jahren spröde. UV-Strahlung und Temperaturwechsel setzen ihnen zu. Ein Dachfenster, das zwanzig Jahre treu gedient hat, verliert irgendwann seine Dichtung – der Wassereintritt sieht dann täuschend echt nach einem Dachleck aus, obwohl nur eine Gummilippe ausgetauscht werden muss.
Verstopfte Dachrinne und Rückstau
Läuft die Rinne über, weil Laub, Moos oder ein Tennisball den Ablauf verstopfen, sucht sich das Wasser einen anderen Weg – oft unter die untersten Ziegelreihen und von dort in die Traufe. Nach dem Herbstlaub und im ersten Tauwetter sehen wir diese Ursache besonders häufig. Ein Rückstau in einem verstopften Fallrohr wirkt genauso.
Gealterte Unterspannbahn
Unter der Eindeckung liegt bei den meisten Dächern eine Unterspannbahn als zweite Wasser führende Ebene. Sie fängt das ab, was durch die Ziegelfugen gelangt, und leitet es zur Rinne. Ältere Bitumen- oder Papierbahnen aus den 1960er- und 1970er-Jahren werden mit der Zeit brüchig und reißen. Ist diese Schicht hinüber, reicht schon ein leicht verschobener Ziegel, um Wasser bis in den Wohnraum durchzulassen. Das erklärt, warum manche alte Dächer plötzlich an vielen Stellen zugleich schwächeln.
Tiere auf dem Dach
Ein in Berlin oft unterschätzter Punkt: Marder, Waschbären und Tauben. Marder heben Ziegel an, um unter das Dach zu gelangen, und ziehen dabei Dämmung heraus. Tauben verstopfen mit Nistmaterial die Rinne. Wo Tiere regelmäßig aufs Dach kommen, lockert sich die Eindeckung schneller, als es der reine Witterungsverschleiß erwarten ließe. In den grünen Wohnlagen rund um den Lietzensee sehen wir solche Schäden häufiger als anderswo im Stadtgebiet.
ℹ️Kondenswasser oder echtes Leck? Der wichtige Unterschied
Nicht jeder feuchte Fleck unter dem Dach ist ein Leck. Häufig steckt Tauwasser dahinter: Warme, feuchte Raumluft steigt in den kühlen Dachraum, trifft dort auf kalte Flächen – etwa die Unterseite der Eindeckung oder einen Stahlträger – und schlägt sich als Kondenswasser nieder. Das tropft dann scheinbar „von oben", obwohl das Dach von außen dicht ist. Erkennungszeichen: Tauwasser tritt vor allem bei kaltem Wetter und schlechter Belüftung auf, gleichmäßig verteilt und ohne Zusammenhang mit dem Regen. Ein echtes Leck zeigt sich dagegen genau dann, wenn es regnet oder taut, meist an einer klar begrenzten Stelle. Wer beides verwechselt, sucht am falschen Ende – deshalb schauen wir vor Ort immer zuerst, ob überhaupt Wasser von außen kommt.
Leck orten – warum das schwieriger ist, als man denkt
Die naheliegende Annahme lautet: Dort, wo es tropft, muss oben das Loch sein. Bei einem Dach stimmt das fast nie. Wasser folgt der Schwerkraft, aber es folgt ihr entlang von Sparren, Lattung, Folien und Kabelkanälen. Es kann an der Eintrittsstelle in die Konstruktion einen, zwei oder mehr Meter seitlich weiterlaufen, bevor es an der tiefsten Stelle abtropft. Der sichtbare Fleck an der Zimmerdecke sagt uns deshalb, wo das Wasser austritt – nicht, wo es eintritt.
Dazu kommt: Ein Leck zeigt sich oft nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Bei senkrechtem Landregen bleibt alles trocken, aber sobald der Wind den Regen von Westen schräg gegen die Gaube drückt, läuft es. Oder es tropft nur beim Tauwetter, wenn die Schneeschmelze unter die Ziegel drückt. Genau diese Sprunghaftigkeit macht die Suche für Laien so frustrierend – man steht auf dem Dachboden, es ist gerade trocken, und man findet nichts.
Wir gehen die Ortung deshalb systematisch an: Erst folgen wir der Wasserspur im Dachboden rückwärts von der Tropfstelle nach oben, prüfen Anschlüsse und Durchdringungen, kontrollieren die Unterspannbahn und schauen bei Bedarf von außen die verdächtigen Bereiche ab. Bei kniffligen Fällen – etwa bei Flachdächern oder wenn das Wasser weit gewandert ist – kommt professionelle Technik zum Einsatz. Bei einem Flachdach lässt sich das Leck mit einer gezielten Leckortung eingrenzen, ohne die halbe Dachfläche aufzureißen.
💡Aus der Praxis: der Fleck in Wilmersdorf, der wanderte
Bei einem Altbau nahe dem Volkspark meldete die Eigentümerin einen feuchten Fleck mitten im Wohnzimmer, weit weg von jeder Außenwand. Vermutet wurde ein Rohrbruch. Tatsächlich lief das Wasser oben an einer undichten Gaubenverblechung ein, wanderte gut zwei Meter über einen Sparren und tropfte erst dort ab, wo eine Elektroleitung die Dampfsperre durchstieß. Ohne den Blick auf die gesamte Wasserspur hätte man an der falschen Stelle die Decke geöffnet. Das ist der Grund, warum wir mit dem Aufreißen immer warten, bis die Quelle wirklich feststeht.
Notabdichtung – was kurzfristig hilft und wo die Grenzen sind
Ist die Stelle grob eingegrenzt, geht es darum, das Dach schnell dicht zu bekommen, bis in Ruhe repariert werden kann. Eine Notabdichtung ist genau das: eine Überbrückung, keine dauerhafte Lösung. Sie kauft Zeit, damit kein weiteres Wasser eindringt und die nasse Konstruktion abtrocknen kann.
Am häufigsten arbeiten wir mit einer reißfesten Plane, die über den betroffenen Bereich gespannt und am First sowie an den Rändern sicher befestigt und beschwert wird, sodass Wind sie nicht anhebt. Wichtig ist, dass die Plane weit genug über die schadhafte Stelle reicht und das Wasser sauber Richtung Rinne ableitet, statt es an anderer Stelle zu stauen. Bei kleineren, klar sichtbaren Schäden – einem gerissenen Ziegel, einer offenen Fuge – kann ein spezielles, witterungsbeständiges Dicht- oder Reparaturband die Lücke vorübergehend schließen.
Die Grenzen dieser Behelfslösungen sind klar. Eine Plane hält bei starkem Sturm nicht ewig, und Dichtband auf einer feuchten, verschmutzten oder bröseligen Oberfläche klebt schlecht. Solange die Stelle nicht sicher zugänglich ist oder der Wind zu stark ist, lässt sich seriös oft gar nichts abdichten – dann heißt es, das Wasser drinnen aufzufangen und die eigentliche Reparatur vorzuziehen. Und noch einmal: Das Anbringen einer Notabdichtung gehört auf das Dach, mit Sicherung und der richtigen Ausrüstung. Der Griff zur Baumarkt-Plane und zur Leiter am Sturmabend ist keine gute Idee.
ℹ️Notabdichtung ist kein Reparatur-Ersatz
Eine Plane oder ein Dichtband ist die Feuerwehr, nicht der Neubau. Wer nach dem gestoppten Wassereintritt die dauerhafte Reparatur monatelang aufschiebt, riskiert, dass die feucht gebliebene Dämmung und das Gebälk Schaden nehmen. Planen Sie die richtige Dachreparatur möglichst bald ein, sobald das akute Chaos vorbei ist.
Wann sollten Sie den Notdienst rufen?
Nicht jeder feuchte Fleck ist ein Notfall, und nicht jeder Notfall wartet bis zum nächsten Werktag. Die Faustregel, nach der wir am Telefon entscheiden, ist einfach: Sobald aktiv und in Menge Wasser ins Haus läuft, die Bausubstanz oder die Elektrik akut bedroht ist, oder Sturm die Lage von Minute zu Minute verschärft, gehört der Fall in den Notdienst.
Konkret heißt das: Ein aktiver, starker Wassereintritt, der sich mit Eimern kaum halten lässt, ist ein Fall für sofort. Ein Sturmschaden, bei dem Ziegel abgedeckt oder ganze Flächen freigelegt wurden, ebenso – hier drückt bei jedem Böengang neuer Regen nach. Und wenn das Wasser großflächig über mehrere Räume oder Etagen läuft, sollte man nicht bis zum Morgen warten.
Dagegen kann ein kleiner, langsamer Tropfen bei trockener Wetterlage in der Regel bis zum nächsten regulären Termin warten. Stellen Sie in diesem Fall einen Eimer unter, dokumentieren Sie den Schaden und rufen Sie uns zu normalen Zeiten an – das spart die Zuschläge eines Noteinsatzes. Wenn Sie unsicher sind, welcher Fall vorliegt, greifen Sie trotzdem zum Hörer: Am Telefon lässt sich meist in zwei Minuten klären, ob es eilt. Unseren Reparatur- und Notdienst erreichen Sie direkt, und wir sagen ehrlich, ob wir sofort raus müssen oder ob ein Termin am nächsten Tag genügt.
Wasser im Haus? Rufen Sie uns direkt an.
Bei aktivem Wassereintritt zählt jede Stunde. Als Dachdeckermeisterbetrieb aus Berlin-Charlottenburg sind wir schnell vor Ort, dichten ab und finden anschließend in Ruhe die Ursache.
Kosten: Leckortung, kleine Reparatur und größere Maßnahme
Die Frage nach dem Preis kommt verständlicherweise früh. Eine seriöse Zahl können wir erst nach dem Blick aufs Dach nennen, weil sie stark davon abhängt, wo das Leck sitzt und wie zugänglich es ist. Trotzdem lassen sich die Größenordnungen benennen. Die folgenden Werte sind markttypische Orientierungsspannen für Berlin und das Umland, Stand 2026 – kein Festpreis.
| Leistung | Orientierungspreis | Wann relevant |
|---|---|---|
| Notabdichtung / Noteinsatz | ca. 150–400 € | Akuter Eintritt, Plane spannen, Ziegel provisorisch schließen |
| Leckortung (Steildach) | ca. 100–300 € | Wenn die Quelle nicht offensichtlich ist |
| Leckortung Flachdach (Messtechnik) | ca. 300–700 € | Wasserspur weit gewandert, keine sichtbare Stelle |
| Kleine Reparatur (einzelne Ziegel, Fuge) | ca. 150–500 € | Verrutschte/gebrochene Ziegel, kleine Anschlussarbeit |
| Anschluss/Verblechung erneuern | ca. 500–1.500 € | Kamin-, Gauben- oder Wandanschluss undicht |
| Größere Reparatur (Teilfläche, Unterspannbahn) | ab ca. 1.500 € | Mehrere Schadstellen, gealterte Bahn, Feuchteschaden |
Alle Angaben sind unverbindliche Orientierungswerte für Berlin und Umland (Stand 2026). Gerüst, Höhe, Zugänglichkeit und der tatsächliche Schadensumfang verschieben den Preis nach oben oder unten. Der belastbare Preis steht erst nach der Besichtigung fest.
Zwei Dinge treiben die Kosten am stärksten. Das erste ist die Zugänglichkeit: Eine Reparatur direkt an der Traufe ist ohne großes Gerüst machbar, ein Schaden am First eines steilen Gründerzeitdachs braucht Sicherung und mehr Aufwand. Das zweite ist die Gerüstfrage. Für eine punktuelle Reparatur reicht oft eine Anleiter- oder Hubsteigerlösung, sobald aber eine größere Fläche bearbeitet werden muss, kommt ein Gerüst dazu, und das ist ein eigener Posten. In den dicht bebauten Kiezen rund um Charlottenburg wird dieser Aufwand größer, wenn das Gerüst über einen Gehweg reicht oder eine Genehmigung nötig ist.
Ein Wort zur Kombination von Ortung und Reparatur, weil hier oft Missverständnisse entstehen: In vielen Fällen berechnen wir die Ortung nicht als getrennten Posten, sondern verrechnen sie mit der anschließenden Reparatur, wenn wir gleich vor Ort weiterarbeiten können. Wer nur eine Ortung ohne Reparatur beauftragt, etwa weil er den Schaden gegenüber der Versicherung dokumentieren muss, zahlt sie als eigene Leistung. Fragen Sie beim Termin nach, wie wir es in Ihrem Fall handhaben, dann gibt es hinterher keine Überraschung auf der Rechnung.
Zur Versicherung: Ob ein Schaden gedeckt ist, hängt von der Ursache ab. Sturm ab Windstärke 8 fällt meist unter die Wohngebäudeversicherung, altersbedingter Verschleiß dagegen in aller Regel nicht. Wenn ein Sturm im Spiel war, lohnt sich der genaue Blick, denn dann übernimmt oft die Versicherung – wer das im Detail klären will, findet die wichtigsten Punkte in unserem Beitrag dazu, wer bei einem Sturmschaden am Dach zahlt.
Reparieren oder sanieren – was ist sinnvoller?
Nach dem Stoppen des Wassers stellt sich die Frage nach der dauerhaften Lösung. Und die lautet erstaunlich oft nicht „großer Wurf oder gar nichts", sondern schlicht: Reicht die punktuelle Reparatur, oder arbeiten wir gegen ein Dach, das ohnehin am Ende ist? Wir sagen unseren Kunden hier ehrlich, was wirtschaftlich ist – nicht jeder undichte Fleck muss in einer Neueindeckung enden.
Eine punktuelle Reparatur ist die richtige Wahl, wenn der Schaden klar begrenzt ist: ein paar verrutschte Ziegel nach dem Sturm, ein einzelner undichter Anschluss, eine gealterte Dachfensterdichtung. Die restliche Eindeckung ist intakt, die Unterspannbahn in Ordnung, das Gebälk gesund. Dann wäre eine Sanierung mit Kanonen auf Spatzen geschossen, und die Reparatur hält viele Jahre.
Für die größere Sanierung oder Neueindeckung sprechen dagegen deutliche Signale. Wenn es immer wieder an neuen Stellen tropft, wenn die Ziegel großflächig verwittert oder brüchig sind, wenn die Unterspannbahn zerbröselt oder die Dämmung durchnässt ist, dann flickt man am Symptom, während die Ursache weiterläuft. Ein Anhaltspunkt aus unserer Erfahrung: Wer innerhalb von zwei, drei Jahren mehrfach den Dachdecker zur selben Region des Dachs rufen muss, zahlt über die Zeit meist mehr, als eine einmalige Erneuerung gekostet hätte – jedes Mal ist ja auch das Anfahren und Aufsteigen dabei.
Kippt die Rechnung Richtung Erneuerung, lohnt der Blick auf die Gesamtkosten und die Frage, ob man das Dach gleich energetisch mitdenkt. Womit man bei einer Neueindeckung rechnen muss, haben wir in einem eigenen Ratgeber Position für Position aufgeschlüsselt. Für die akute Undichtigkeit gilt aber: Erst wird es dicht, dann wird in Ruhe entschieden. Niemand muss unter dem Druck des tropfenden Eimers eine Zehntausend-Euro-Entscheidung treffen.
💡Erst schauen, dann entscheiden
Bevor Sie sich zwischen Flicken und Erneuern entscheiden, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme durch einen Fachbetrieb. Wir prüfen Eindeckung, Anschlüsse, Unterspannbahn und – soweit einsehbar – das Gebälk und sagen Ihnen, wie viele Jahre das Dach realistisch noch hat. Diese halbe Stunde erspart oft eine teure Fehlentscheidung in beide Richtungen.
Vorbeugen: So bleibt Ihr Dach dicht
Die meisten Undichtigkeiten kündigen sich an. Ein Dach wird selten über Nacht zum Sieb – meist arbeiten sich Frost, Wind und Verschleiß über Jahre voran, bis eine kleine, längst behebbare Schwachstelle beim nächsten Starkregen aufgibt. Wer sein Dach ein- bis zweimal im Jahr im Blick behält, fängt das rechtzeitig ab.
Der wirksamste Hebel ist die Dachrinne. Zweimal im Jahr, im Spätherbst nach dem Laubfall und im Frühjahr, sollte die Rinne von Laub, Moos und Schmutz befreit werden, damit das Wasser frei ablaufen kann. Ein verstopfter Ablauf ist eine der häufigsten und zugleich billigsten zu vermeidenden Leckursachen. In den von Straßenbäumen gesäumten Charlottenburger Straßen füllen sich die Rinnen erfahrungsgemäß schneller, als vielen lieb ist.
Der zweite Hebel ist die regelmäßige Sichtkontrolle, besonders nach jedem kräftigen Sturm. Ein Blick von unten oder vom gegenüberliegenden Fenster zeigt oft schon verrutschte Ziegel, eine schief hängende Rinne oder eine gelöste Verblechung am Kamin. Auf dem Dachboden lohnt sich der Blick nach oben: Feuchte Ränder an der Unterspannbahn, dunkle Stellen am Gebälk oder ein muffiger Geruch sind Frühwarnzeichen, lange bevor es sichtbar tropft.
Ein professioneller Wartungsblick alle paar Jahre rundet das ab. Ein Dachdecker sieht auf dem Dach Dinge, die von unten unsichtbar bleiben: haarfeine Risse in der Verblechung, poröse Dichtungen, beginnenden Moosbewuchs, der Ziegel abhebt. Wer diese Kleinigkeiten früh beheben lässt, verhindert den großen Schaden – und die Reparatur einer intakten Fuge kostet einen Bruchteil dessen, was eine durchnässte Dämmung an Folgen nach sich zieht. Nach einem Unwetter über Berlin lohnt sich dieser Check besonders.
ℹ️Kleine Jahres-Routine fürs Dach
Rinne im Herbst und Frühjahr reinigen, nach jedem Sturm einen prüfenden Blick von unten, einmal jährlich auf den Dachboden schauen und alle paar Jahre einen Fachbetrieb aufs Dach lassen. Diese Routine kostet fast nichts und ist die günstigste Versicherung gegen den tropfenden Eimer im Schlafzimmer.
Häufige Fragen
Was tun, wenn Wasser durch die Decke kommt?
Zuerst die Sicherung im betroffenen Bereich abschalten, damit Wasser und Strom sich nicht treffen. Dann Eimer und Handtücher unter die Tropfstelle stellen und den Bereich räumen. Wölbt sich die nasse Decke sichtbar, kann ein gezielter Stich mit dem Schraubendreher das Wasser kontrolliert ablaufen lassen, statt die Decke einstürzen zu lassen. Fotos für die Versicherung machen. Nicht selbst aufs Dach steigen – die Ortung und Abdichtung übernimmt der Fachbetrieb.
Wer zahlt bei einem undichten Dach?
Das hängt von der Ursache ab. Ein Sturmschaden ab Windstärke 8 fällt meist unter die Wohngebäudeversicherung, beschädigtes Inventar unter die Hausratversicherung. Altersbedingter Verschleiß – etwa eine über Jahre gealterte Dichtung oder poröse Ziegel – ist dagegen in der Regel nicht versichert und Sache des Eigentümers. Deshalb ist die Dokumentation mit Fotos und die Angabe des Wetters so wichtig. War ein Sturm im Spiel, lohnt sich der genaue Blick in die Police.
Kann ich ein undichtes Dach selbst reparieren?
Von der eigentlichen Dacharbeit raten wir dringend ab. Die Arbeit findet in großer Höhe statt, ein nasses Dach ist rutschig, und die undichte Stelle liegt fast nie dort, wo man sie vermutet. Was Sie selbst tun können: drinnen Wasser auffangen, Strom abschalten, den Bereich räumen und dokumentieren. Alles auf dem Dach – Ortung, Notabdichtung, Reparatur – gehört aus Sicherheits- und Gewährleistungsgründen in Fachhände.
Was kostet die Leckortung?
Bei einem Steildach, wo sich die Quelle über die Wasserspur eingrenzen lässt, liegt die Ortung markttypisch bei etwa 100 bis 300 Euro. Bei einem Flachdach oder wenn das Wasser weit gewandert ist, kommt Messtechnik zum Einsatz, und die Ortung bewegt sich eher bei 300 bis 700 Euro. Das sind Orientierungswerte für Berlin, Stand 2026 – oft wird die Ortung mit der anschließenden Reparatur verrechnet. Den genauen Preis nennen wir nach kurzer Schilderung der Lage.
Wie schnell kommt der Notdienst?
Bei einem echten Notfall mit aktivem Wassereintritt versuchen wir, so schnell wie möglich vor Ort zu sein – aus Charlottenburg sind wir in den umliegenden Berliner Bezirken meist in kurzer Zeit erreichbar. Wie schnell es konkret geht, hängt von der aktuellen Auftragslage und dem Wetter ab; bei Sturm über der Stadt laufen naturgemäß viele Anrufe zusammen. Rufen Sie im Zweifel an, dann klären wir am Telefon, ob wir sofort raus müssen oder ein Termin am nächsten Tag genügt.
Undichtes Dach vom Meisterbetrieb prüfen lassen
Ob akuter Wassereintritt oder ein feuchter Fleck, der Ihnen keine Ruhe lässt – wir orten die Ursache, dichten ab und sagen ehrlich, ob eine Reparatur reicht. Als Dachdecker in Berlin sind wir aus Charlottenburg schnell bei Ihnen.
Dieser Ratgeber wurde von der Dachbau Stefan Höft GmbH erstellt, einem Dachdeckermeisterbetrieb aus Berlin-Charlottenburg. Alle Preisangaben sind markttypische Orientierungswerte für Berlin und Umland (Stand 2026) und ersetzen keine individuelle Einschätzung nach Besichtigung. Bei Gefahr für Personen gilt immer: erst in Sicherheit bringen, dann Fachbetrieb rufen.


