Leistung
Berliner Gründerzeitdächer folgen eigenen Regeln: Brandwände, Seitenflügel, ausgebaute Dachgeschosse, oft ohne zweite wasserführende Ebene. Wir sanieren im Bestand – und prüfen zuerst, was die Substanz hergibt.

Ein Berliner Mietshaus aus der Gründerzeit hat selten ein einfaches Satteldach. Typisch ist eine steile Fläche zur Straße, eine flacher geneigte zum Hof, Brandwände zu beiden Nachbarn, oft ein oder zwei Seitenflügel und dazu Anbauten, Remisen und Aufbauten, die in hundert Jahren dazugekommen sind. Jeder dieser Übergänge ist eine potenzielle Schwachstelle.
Der zweite Unterschied liegt im Aufbau selbst. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurden Dächer ohne Unterspannbahn gedeckt – die Eindeckung war die einzige wasserführende Ebene. Nach heutigen Fachregeln reicht das nicht mehr. Eine reine Neueindeckung ohne zweite Ebene ist bei den in Berlin üblichen Dachneigungen nicht regelkonform, und genau daran scheitern viele vermeintlich günstige Angebote.
Dritter Punkt: das ausgebaute Dachgeschoss. Wo zwischen 1995 und 2015 ausgebaut wurde, sitzen heute Gauben, Dachflächenfenster und Lüftungsdurchführungen in der Fläche. Diese Anschlüsse sind inzwischen im kritischen Alter – und sie sind der Ort, an dem wir die überwiegende Mehrheit aller Undichtigkeiten finden.

Zustand von Sparren, Schalung, Traufbereich und Auflagern. Erst danach steht fest, ob saniert oder ertüchtigt werden muss.
Eindeckung mit Unterspannbahn, Konterlattung und Lattung – die zweite wasserführende Ebene, die im Bestand meist fehlt.
Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung mit Nachweis nach GEG. Voraussetzung für jede Förderung.
Brandwände, Kehlen, Kaminverwahrungen, Gauben und Dachfenster – die eigentliche Arbeit am Altbaudach.
Rinnen, Fallrohre und Abdeckungen in Titanzink oder Kupfer, im Altbau häufig in Sonderformen.
Halteverbot, Gerüst über öffentlichem Grund und – wo einschlägig – Abstimmung mit Denkmalschutz oder Bezirksamt.

Ein Altbaudach zu sanieren, ohne dass jemand ausziehen muss, ist Standard – aber es setzt Planung voraus. Wir arbeiten abschnittsweise: Es wird nur so viel Fläche geöffnet, wie am selben Tag wieder regensicher geschlossen werden kann. Bei Regenprognose wird gar nicht erst geöffnet.
Für die Bewohner heißt das trotzdem: Lärm über mehrere Wochen, ein Gerüst vor den Fenstern und phasenweise eingeschränkte Nutzung von Balkonen. Wir informieren vorab über den Ablauf, damit sich alle darauf einstellen können – ein Aushang im Hausflur mit Bauzeitenplan gehört bei uns dazu.
Wenn im Dachgeschoss gewohnt wird und die Dämmung von innen erneuert werden soll, ist das ein anderer Fall. Dann muss der Raum zugänglich sein. Wir prüfen in solchen Situationen immer, ob eine Aufsparrendämmung von außen möglich ist – sie ist bauphysikalisch ohnehin die bessere Lösung und lässt die Wohnung unberührt.
Dachfläche, Anschlüsse und Konstruktion von innen. Bei Bedarf mit Drohne für die schwer einsehbaren Flächen.
Wir zeigen auf, was zwingend nötig ist und was optional – etwa Dämmung, neue Gauben oder Dachfenster.
Nach Positionen und Mengen, geeignet für den Vergleich in der Eigentümerversammlung.
Halteverbot, Gerüststellung, Containerplatz, bei Bedarf Abstimmung mit dem Bezirksamt.
Jeder Abschnitt wird am selben Tag geschlossen. Bewohner werden über den Ablauf informiert.
Begehung, Fotodokumentation, Nachweise für Versicherung und Fördermittel.
Erfahrungswerte für Gründerzeitobjekte im Berliner Stadtgebiet. Altbauten liegen wegen Zugänglichkeit, Anschlussdetails und Halteverbot in aller Regel über den Preisen für freistehende Neubauten.
| Leistung | Einheit | Preisspanne |
|---|---|---|
| Neueindeckung inkl. Unterspannbahn und Lattung | pro m² | 130 – 200 € |
| Aufsparrendämmung zusätzlich | pro m² | 90 – 160 € |
| Zwischensparrendämmung von innen | pro m² | 60 – 110 € |
| Gaube abdichten und neu bekleiden | pro Stück | 1.800 – 4.500 € |
| Brandwandabdeckung Titanzink | pro lfd. Meter | 70 – 130 € |
| Kaminkopf sanieren und verwahren | pro Stück | 900 – 2.400 € |
| Gerüst inkl. Halteverbot (4 Wochen) | pro m² Fassade | 10 – 16 € |
Stand August 2026, Nettopreise zzgl. MwSt. Der energetische Teil ist nach BEG förderfähig; die reine Neueindeckung ist es nicht.
Gefördert wird nicht das neue Dach, sondern die Verbesserung der Energieeffizienz. Konkret heißt das: Die Dämmung ist förderfähig, die Eindeckung nur insoweit, als sie für die Dämmmaßnahme technisch notwendig ist.
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude sind derzeit 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten möglich, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan 20 Prozent. Förderfähig sind bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit und Jahr, mit iSFP bis zu 60.000 Euro. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein – das ist der Punkt, an dem die meisten Vorhaben scheitern.
Alternativ steht der Steuerabzug nach § 35c EStG offen: 20 Prozent der Kosten, verteilt über drei Jahre, maximal 40.000 Euro, allerdings nur für selbstgenutztes Wohneigentum ab einem Alter von zehn Jahren. Beides zusammen geht nicht. Details haben wir im Ratgeber zur Dachsanierungsförderung zusammengestellt.
Fast nie. Bei den in Berlin üblichen Dachneigungen verlangen die Fachregeln eine zweite wasserführende Ebene – also eine Unterspannbahn unter der Eindeckung. Die fehlt im Bestand in der Regel. Wer nur Ziegel tauscht, bekommt zwar ein optisch neues Dach, aber keine regelkonforme Konstruktion, und im Schadensfall wird das relevant.
Von außen gar nicht. Wir prüfen von innen: Sparrenköpfe im Traufbereich, Auflager an den Brandwänden, Zustand der Schalung. Typische Schadensbilder sind dunkle Verfärbungen, weiches Holz an den Auflagern und Ausblühungen am Mauerwerk. Wo der Verdacht bleibt, ziehen wir einen Statiker hinzu – das ist deutlich günstiger als eine Fehleinschätzung.
Instandsetzung und gesetzlich geforderte energetische Maßnahmen sind zulässig. Genehmigungspflichtig sind Aufwertungen, die über den ortsüblichen Standard hinausgehen – etwa ein Dachausbau oder eine Luxusausstattung. Wir beschreiben im Angebot präzise, was ausgeführt wird, sodass die Abstimmung mit dem Bezirksamt auf klarer Grundlage läuft.
Bei einem typischen Gründerzeithaus mit Vorderhaus und Seitenflügel rechnen wir mit drei bis sechs Wochen reiner Ausführung. Hinzu kommt der Vorlauf für Gerüst, Halteverbot und Material – ab Auftragserteilung sollten Sie insgesamt mit sechs bis zehn Wochen planen.
Ja. Sie erhalten eine Massenaufstellung nach Positionen mit Einheitspreisen, sodass sich unser Angebot Position für Position mit anderen vergleichen lässt. Auf Wunsch erläutern wir den Befund direkt in der Versammlung – das erspart erfahrungsgemäß eine Runde Rückfragen.
Rufen Sie an. Wir sagen Ihnen am Telefon, ob sich eine Besichtigung lohnt – und wenn ja, kostet die nichts.
Wir sehen uns Dachfläche und Konstruktion an, sagen Ihnen ehrlich, was die Substanz hergibt, und rechnen erst dann. Die Besichtigung kostet Sie nichts.